Behörden beschlagnahmen „First VPN“-Infrastruktur, die für groß angelegte Ransomware-Operationen genutzt wurde

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James Okoro

Ethical Hacking & Threat Intelligence Editor

 
30. Mai 2026
4 Min. Lesezeit
Behörden beschlagnahmen „First VPN“-Infrastruktur, die für groß angelegte Ransomware-Operationen genutzt wurde

TL;DR

• Eine multinationale Operation zerschlägt „First VPN“, einen wichtigen Knotenpunkt der cyberkriminellen Infrastruktur. • Das FBI bestätigt, dass über 25 Ransomware-Gruppen den Dienst für ihre illegalen Aktivitäten nutzten. • Das VPN war seit 2014 aktiv und ermöglichte Botnetze sowie Eindringversuche in Netzwerke über das Dark Web. • Ermittler neutralisierten erfolgreich ein komplexes Netzwerk von 32 globalen Exit-Nodes.

Behörden beschlagnahmen „First VPN“-Infrastruktur, die für groß angelegte Ransomware-Operationen genutzt wurde

Die digitale Unterwelt hat einen schweren Schlag erlitten. In einer koordinierten, multinationalen Aktion haben Strafverfolgungsbehörden endlich den Stecker bei „First VPN“ gezogen – einem Dienst, der über ein Jahrzehnt lang als primäres Nervensystem für die gefährlichsten Cyberkriminellen der Welt fungierte.

Unter der Leitung französischer und niederländischer Behörden und mit maßgeblicher Unterstützung globaler Partner hat diese Operation nicht nur eine Website abgeschaltet, sondern ein ganzes Rückgrat zerschlagen. Wer die großen Cyberkriminalitäts-Ermittlungen von Europol in den letzten zehn Jahren verfolgt hat, kennt die Spuren von First VPN. Es war das bevorzugte Werkzeug für Akteure, die unsichtbar bleiben wollten, während sie Netzwerke von innen heraus zerstörten.

Auch das FBI hält sich nicht zurück. Es wurde bestätigt, dass mindestens 25 verschiedene Ransomware-Syndikate – darunter die berüchtigte Avaddon-Gruppe – an diesen Dienst gebunden waren. Durch das Angebot eines „kugelsicheren“ Kanals für Netzwerkeinbrüche, Datendiebstahl und massive Denial-of-Service-Angriffe ermöglichte First VPN diesen Kriminellen, sich monatelang in den Netzwerken der Opfer aufzuhalten, während sie ihren wahren Standort und ihre technischen Spuren verschleierten.

Behörden beschlagnahmen „First VPN“-Infrastruktur, die für groß angelegte Ransomware-Operationen genutzt wurde

Bild mit freundlicher Genehmigung von TechRadar

Ein Jahrzehnt im Schatten

Seit 2014 agierte First VPN mit einer Arroganz, die nur ein Jahrzehnt des Erfolgs hervorbringen kann. Sie warben nicht bei Google oder in sozialen Medien. Stattdessen lebten sie in russischsprachigen Dark-Web-Foren wie Exploit.in und XSS.is und vermarkteten sich gezielt an Botnetz-Betreiber und Dark-Web-Betrüger. Sie verkauften keine Privatsphäre an den Durchschnittsnutzer; sie verkauften Immunität an den Meistbietenden.

Wie Industrial Cyber anmerkt, war die Plattform auf Geschwindigkeit und Heimlichkeit ausgelegt. Sie wurde entwickelt, um alles zu bewältigen – von der Hochgeschwindigkeits-Datenexfiltration bis hin zur ruhigen, geduldigen Aufklärung, die einem massiven Ransomware-Angriff vorausgeht.

Das technische Versteckspiel

Wie konnten sie so lange verborgen bleiben? Indem sie ein komplexes Spiel mit ihrer Infrastruktur spielten. Der Dienst unterhielt 32 Exit-Nodes in 27 verschiedenen Ländern. Es war ein verteiltes Netzwerk, das selbst die hartnäckigsten Ermittler frustrieren sollte.

Ihr technisches Setup war ein Albtraum für Netzwerkverteidiger:

  • Protokollvielfalt: Sie unterstützten OpenConnect und WireGuard und boten ihren Kunden standardmäßige, zuverlässige Tunneling-Optionen.
  • Verkehrsverschleierung: Das war der entscheidende Punkt. Durch die Integration des VLESS-Protokolls konnten sie bösartigen, hochvolumigen Datenverkehr als Standard-HTTPS-Anfragen tarnen und so effektiv an Deep Packet Inspection (DPI)-Tools vorbeischleusen.
  • Globale Reichweite: Mit 32 Exit-Nodes, die über 27 Länder verteilt waren, konnten sie IP-Adressen schneller rotieren, als jedes Sicherheitsteam sie auf eine Blacklist setzen konnte.
  • Dark-Web-Integration: Indem sie das gesamte Ökosystem innerhalb von Untergrundforen hielten, stellten sie sicher, dass nur geprüfte, hochrangige Bedrohungsakteure auf den Dienst zugreifen konnten.

Diese von Europol unterstützte Razzia stellt einen grundlegenden Strategiewechsel dar. Die Strafverfolgungsbehörden bewegen sich endlich weg vom „Whack-a-Mole“-Ansatz, bei dem sie einzelnen Ransomware-Payloads hinterherjagen. Stattdessen gehen sie gegen die Infrastruktur vor, die das gesamte „Ransomware-as-a-Service“-Modell erst möglich macht.

Die Folgen: Was passiert jetzt?

Die Beschlagnahmung dieser Server ist eine Goldgrube. Ermittler werten derzeit eine riesige Menge forensischer Daten aus, von denen erwartet wird, dass sie die 25 vom FBI identifizierten Syndikate entlarven. Laut der offiziellen IC3-Empfehlung ist die Zerschlagung solcher Dienste der einzige Weg, das operative Tempo dieser kriminellen Organisationen wirklich zu stören.

Merkmal Details
Betriebszeitraum 2014 – 2026
Verknüpfte Ransomware-Gruppen Mindestens 25
Globale Präsenz 32 Exit-Nodes in 27 Ländern
Haupt-Marketingkanäle Exploit.in, XSS.is
Unterstützte Schlüsselprotokolle OpenConnect, WireGuard, VLESS

Die Operation war ein logistisches Meisterwerk, an dem Strafverfolgungsbehörden aus Frankreich, den Niederlanden, der Ukraine, Großbritannien, der Schweiz und Luxemburg beteiligt waren. Durch den gleichzeitigen Zugriff auf die Server in mehreren Gerichtsbarkeiten konnten sie die Befehls- und Kontrollfähigkeiten des Dienstes effektiv neutralisieren, bevor die Betreiber die Laufwerke löschen oder die Daten verschieben konnten.

Während sich der Staub legt, dient die Bestätigung des FBI zu diesen Nutzungsmustern als deutliche Warnung für IT-Sicherheitsteams. Wenn Ihr Unternehmen auf veraltete Perimeter-Verteidigungen setzt, lassen Sie im Grunde die Tür für Akteure offen, die diese Art von Verschleierungstools beherrschen.

Die Abschaltung von First VPN ist zweifellos ein Sieg. Aber es ist auch eine Erinnerung daran, dass sich die Werkzeuge des Handels ständig weiterentwickeln. Indem die Infrastruktur, die es diesen Gruppen ermöglicht, im Schatten zu operieren, beseitigt wird, macht die Strafverfolgung das Geschäft mit der Cyberkriminalität deutlich teurer und riskanter. Vorerst sind die Kriminellen auf der Flucht – aber die Suche nach dem nächsten „First VPN“ hat bereits begonnen. Wachsamkeit ist wie immer die einzige echte Verteidigung.

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James Okoro

Ethical Hacking & Threat Intelligence Editor

 

James Okoro is a certified ethical hacker (CEH) and cybersecurity journalist with a background in military intelligence. After serving as a cyber operations analyst, he transitioned into the private sector, working as a threat intelligence consultant before finding his voice as a writer. James has covered major data breaches, ransomware campaigns, and state-sponsored cyberattacks for several leading security publications. He brings a tactical, insider perspective to his reporting on the ever-evolving threat landscape.

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